Interconnection Consulting: Hiobsbotschaft für den osteuropäischen Zeitarbeitsmarkt, Rückgang von 27,3% bedeutet einen harten Überlebenskampf für viele Unternehmen

Posted in Interconnection Consulting Group,Zeitarbeit by Manuela on the February 16th, 2010 |

Die Zeitarbeitsbranche in Osteuropa wird derzeit durch die Wirtschaftskrise auf ihre härteste Probe gestellt. 2008 konnte die Branche noch beträchtliche Gewinne erzielen und den Umsatz um 9,7% auf 1.13 Mrd. Euro steigern, doch die Wirtschaftsentwicklung lässt 2009 auch vielen Zeitarbeitsfirmen kalte Füße bekommen. Dies ist das Ergebnis der soeben veröffentlichten Studie von Interconnection Consulting über die 5 größten osteuropäischen Zeitarbeitsmärkte (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien).

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s den Leiharbeitern gut.

Als Frühindikator liefert die Zeitarbeitsbranche den Vorgeschmack auf kurz- und mittelfristige konjunkturelle Entwicklungen, somit auch auf bevorstehende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Üblicherweise werden in Zeiten des konjunkturellen Abschwungs zuerst die Leiharbeiter abgebaut und erst danach folgen die Entlassungen der Stammbelegschaft. In Osteuropa fiel die Wachstumsrate des Zeitarbeitsmarktes mengenmäßig von 17,1% 2006 auf lediglich 0,7% 2008. Ende 2008 waren somit 278.931 Zeitarbeiter in Osteuropa beschäftigt. Für das Jahr 2009 wird ein Rückgang der Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche von dramatischen 27,6% auf 215.000 Beschäftigte erwartet. Umsatzmäßig muss sich die Branche auf einen noch stärkeren Rückgang einstellen. Die Milliarden-Grenze wird laut der Prognose von Interconnection Consulting erst wieder 2011 überschritten. Zurzeit gibt es erste Anzeichen wirtschaftlicher Erholung in den größten Volkswirtschaften Europas: Frankreich und Deutschland. Das wird nicht ohne Einfluss auf die Länder Osteuropas bleiben, die stark von den Exporten in den Westen abhängig sind. Die Krise ist aber noch nicht vorbei und zweistellige Wachstumsraten am Zeitarbeitsmarkt sind erst wieder 2011 zu erwarten. "Dennoch ist Osteuropa weiterhin ein Markt mit Potenzial, wo die Konjunktur stärker anspringt als im Westen und die Zeitarbeitsbranche dann überproportional profitiert", meint Michael Bruhns, Berater bei Interconnection Consulting.

Osteuropa kein homogener Markt

Osteuropa kann nicht als homogenen Markt betrachtet werden. Während Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien mit schrumpfender Wirtschaftsleistung zu kämpfen haben, bleibt Polen eine "Insel der Seeligen", die sich bescheidener, aber positiver Wachstumsraten erfreuen kann. Die Situation auf dem Zeitarbeitsmarkt hängt jedoch mehr von der Wirtschaftsstruktur als von BIP-Entwicklung ab. Zwar bleibt der Wirtschaftswachstum in Poland positiv, dennoch wird 2009 der Zeitarbeitsmarkt, der von der industriellen Branche stark beeinflusst wird, um 23,4% schrumpfen. In der Slowakei ist ein Rückgang von -32,4% zu erwarten. Dies ist vor allem mit dem Zusammenbruch in der Autobranche verbunden.

Industrie und Hilfsarbeiter in Not

54,8% der Zeitarbeiter werden in der Industrie beschäftigt. Dieser Sektor ist am stärksten von der Krise betroffen und für 2009 ist mit einem Rückgang von 30,1% zu rechnen. Die Hauptopfer des Wirtschaftsabschwungs sind die ungelernten und wenig qualifizierten Leiharbeiter. Mit einem Anteil von 47,6% stellen sie die größte Gruppe unter den Zeitarbeitern dar und sind vorrangig in der Industrie und der Produktion beschäftigt. Hochqualifizierte Arbeitskräfte kommen auf einen Anteil von lediglich 14%. Dieser geringe Anteil ist ein Zeichen, dass die Zeitarbeit in Osteuropa noch im Anfangsstadium der Entwicklung ist.

Drei Giganten im Spiel

Der osteuropäische Zeitarbeitsmarkt wird von westeuropäischen Firmen wie Trenkwalder, Manpower und Adecco dominiert, die in allen fünf Ländern vertreten sind und zusammen 41% des Marktes beherrschen. Es bleibt noch viel Platz für regionale Unternehmen, die dank ihrer Marktkenntnis und Kundennähe, beachtliche Marktanteile und Marktnischen finden können. Sie stellen damit gleichzeitig ein interessantes Übernahmeziel dar. In der Krise kommt es zur Bereinigung und erhöhter Konzentration des Marktes, weil viele Unternehmen in Konkurs gehen. Die klein- und mittelständischen Betriebe leiden besonders unter den Folgen des wirtschaftlichen Abschwungs. Firmen, die es schaffen, Kosten rasch zu senken, können dagegen mit größeren Überlebenschancen rechnen.

Hinter vielen Wolken versteckt sich die Sonne!

Die IC-Zeitarbeitsquote (= Anteil der Zeitarbeiter an der Gesamtzahl der unselbständig Beschäftigten) liegt mit 1,5% in Osteuropa noch hinter dem Westen (2,6%). Die Branche hat somit noch ein hohes Entwicklungspotenzial in dieser Region. Während das Übermaß an Horrormeldungen über die katastrophale wirtschaftliche Situation in Osteuropa der Zeitarbeitbranche schlaflose Nächte bereitet, sehen die Analysten von Interconnection Consulting Licht am Ende des Tunnels. Die Zeitarbeitsbranche wird zuerst von der wirtschaftlichen Belebung profitieren. Die ersten bescheidenen Wachstumsraten von 7,6% sind schon im Jahr 2010 zu erwarten.

 

Zur Interconnection Consulting-Marktstudie Zeitarbeit in Polen 2009

Zur Interconnection Consulting-Marktstudie Zeitarbeit in der Tschechischen Republik 2009

Zur Interconnection Consulting-Marktstudie Zeitarbeit in der Slowakei 2009

Zur Interconnection Consulting-Marktstudie Zeitarbeit in Ungarn 2009

Zur Interconnection Consulting-Marktstudie Zeitarbeit in Slowenien 2009

Interconnection Consulting: Weitere Marktdaten und Marktanalysen

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