BBE RETAIL EXPERTS: Positive Prognosen für den Gartenmarkt

Nach einigen schwächeren Jahren gewinnt der Gartenmarkt derzeit an Dynamik und wird trotz der aktuellen Wirtschaftskrise auch zukünftig wachsen. Denn Gardening liegt im Trend und so wird der Gartenmarkt bis 2013 nach Berechnungen der BBE RETAIL EXPERTS um rund 4 Prozent zulegen.
Die positive Gesamttendenz trifft dabei nicht nur auf die Bereiche Möbel und Grillen zu, auch der Bereich Grün Outdoor steht auf Wachstumskurs. Nach Angaben des BHB haben allein die Bau- und Heimwerkermärkte > 1.000 qm VKF im ersten Halbjahr bei Pflanzen ein Umsatzplus von 7,5 Prozent realisieren können.

Die positive Entwicklung im Hinblick auf den Indoor-Bereich des Gartenmarktes lässt sich u.a. auf die Entwicklung des Wohnungsbestandes und der Wohnfläche (je Wohnung und Einwohner) sowie hinsichtlich des Outdoor-Bereichs auf die Bestandsentwicklung an Gärten, Terrassen / Balkonen und Wintergärten in Deutschland zurückführen. „Wichtiger Markttreiber ist zudem der Gartenbesitzer selbst“, erklärt Klaus Peter Teipel, Branchenfachexperte der BBE RETAIL EXPERTS, und gibt an, dass allein die als einkommensstark geltende Gruppe der 50- bis 69 Jährigen rund 17 Prozent der Gartenbesitzer stellen.
Im Rahmen der neuen Geselligkeit in den eigenen vier Wänden gewinnt mit dem eigenen Heim auch der Garten nicht nur als Entspannungs-/Rückzugsort und Raum für Geborgenheit, sondern auch als sozialer und kommunikativer Treffpunkt an Bedeutung (Wohnen im Garten!). „Zudem avanciert der Garten zum Statussymbol“, erläutert Klaus Peter Teipel, „man zeigt, was man hat“.
Design, Marke und Qualität rücken beim Verbraucher immer mehr in den Vordergrund. Auch die GfK bestätigt, dass der Langzeittrend im Bereich Garten in Richtung Design und Qualität geht. Dementsprechend sind Industrie wie Handel gefordert, höherwertige Gartensortimente anzubieten.
Chancen für zukünftige Umsatzzuwächse liegen auch in den aktuellen Verbrauchertrends – Erlebnisorientierung, Convenience und Homing. Home Gardening, Urban Gardening und Green Design stellen weitere Verbrauchertrends dar, die Handel und Industrie wichtige Ansatzpunkte für Produktion und Sortimentsgestaltung liefern.
Dabei versteht man unter Home Gardening, dass Wohn- und Gartenraum stark miteinander verschmelzen, sprich der Garten bzw. die Terrasse zum zweiten Wohnzimmer werden. Dadurch gewinnen höherwertige Gartenmöbel aus neuartigen Materialien, die sich für den Outdoor- wie Indoorbereich eignen, zunehmend an Bedeutung. Ebenso werden die Themen Licht im Garten und Holz im Garten immer wichtiger.
Urban Gardening umfasst Konzepte zur Rückeroberung städtischer Räume, z.B. durch die Anlage von Gemeinschaftsgärten. Der Wunsch nach Entschleunigung und Entspannung führt zu einem Comeback von Schrebergärten mit Obst- und Gemüseanbau. Hier gilt es, den Kunden entsprechende Angebote zur Anlage von Gärten, Begrünung von Dächern/Anlage von Dachgärten sowie zu Pflanzen und Sämereien unterbreiten zu können.
Das Green Design orientiert sich bei der Produktion oder Gestaltung an umwelt- und sozialverträglichen Maßstäben. Grünes Bewusstsein wird zum Lifestyle – zunehmend mehr Individualität ist gefragt. Handel wie Industrie sind hierbei gefordert, das Produktangebot jenen Ansprüchen gerecht werdend zu gestalten, d.h. ein Produktangebot, das „gesund“, „nachhaltig“ und „fair“ ist, Kreation von Öko-Labels sowie Angebot von Elektro-/Hybrid-Technik bei Gartengeräten.
Für die Zukunft sehen die BBE-Handelsexperten einen deutlichen Trend zu hochwertigen Markengeräten und neuer Technologie bei Gartengeräten. Gleichzeitig wird aber auch ein wachsendes Interesse an preiswerter Markenqualität zu verzeichnen sein. Gartenmarken im mittleren Preissegment wie auch B- und C-Marken werden noch stärker als bisher unter Druck geraten. In Zukunft werden sich ausschließlich A-Marken und Handelsmarken durchsetzen, so die Einschätzung der BBE RETAIL EXPERTS.
Im Handel werden Handels- bzw. Eigenmarken als Chance zur Abhebung aus der Sortimentsuniformität und zur Ertragssteigerung immer bedeutsamer. Handelsmarken sind nicht ohne weiteres austauschbar; sie schärfen das Profil des Unternehmens und tragen zur klaren Positionierung bei.
„Die künftige Kernkompetenz im Handel liegt in der Problemlösung“, ist Branchenexperte Klaus Peter Teipel überzeugt. „Dazu müssen aufeinander abgestimmte Produkte, Dienstleistungen und Services angeboten werden“, appelliert Klaus Peter Teipel an Industrie und Handel. Um sich von anderen Gartencentern bzw. -märkten abzusetzen, gilt es aus Sicht der BBE-Handelsexperten, durch den Ausbau der bisherigen (Rand-)Sortimente und die Aufnahme neuer Produktgruppen (z.B. Bauelemente bei Dinger‘s) auch neue Zielgruppen anzusprechen und/oder den bisherigen Kunden ein breiteres Sortiment inkl. passender Dienstleistungen zu bieten.
Die BBE-Handelsexperten sind sich einig: Der Gartenmarkt birgt Chancen, die insbesondere bei den Zielgruppen und den verschiedenen Verbrauchertrends ansetzen. Hier gilt es für Industrie und Handel die Potenziale auszuschöpfen, um am weiter wachsenden Gesamtmarkt Garten teilhaben zu können.