Einmal Snack mit Vitaminen bitte
Keine Arbeit mit der Essenszubereitung haben und dennoch gesund essen, dass möchten immer mehr Konsumenten. Ein neuer Datamonitor-Report von unabhängigen Marktanalysten deckt auf, dass der Wunsch nach diesen beiden Bedürfnissen die Nachfrage nach gesunden Snacks und Getränken steigen lassen wird. Mehr als 20% der Konsumenten, die in Europa und den USA befragt wurden, gaben an, ihnen sei Gesundes gerade bei Fastfood und Snacks wichtig.
Berufstätige Konsumenten sehen Snacks immer mehr als eine schnelle Art für ihren Vitaminhaushalt an. Ein Paradoxon?
Auf der einen Seite passen fast Food und Snacks schlecht zum Gesundheits- und Wellnesstrend. Die Verbraucher sind heutzutage besser über gesundes Essen informiert, was sich auch in deren Essverhalten widerspiegelt. Nichts destotrotz nehmen Fast Food, Snacks und Co. einen wichtigen Teil in den täglichen Ess- und Trinkgewohnheiten ein.
Laut Datamonitor gründet sich der steigende Markt nach gesunden Snacks hauptsächlich auf den Wünschen der Verbraucher, Produkte zu finden, die zu ihrem hektischen Lebensstil passen. So gaben auch in der Studie 60 % der Verbraucher aus Europa und den USA an, im letzten Jahr mehr gesunde Getränke und Convenient Mahlzeiten zu sich genommen zu haben. Solche Produkte stellen eine schnelle Lösung für ihr Dilemma dar: ein gesundes Essen ohne lange Zubereitungszeit und ohne auf die geschmacklichen Qualitäten eines Snacks verzichten zu müssen.
Denn gesund zu leben wird oft gleichgesetzt mit unbequem und zeitintensiver Zubereitung. Gesundheit, Bequemlichkeit und Luxus sind drei sich oft widersprechende Trends der Verbraucher – die beiden letzteren Trends opfert man auch für eine gesunde Lebensführung nicht so einfach.
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Tabelle 2: Verbraucher Studie: Verhältnis von Verbrauchern aus Europa und den USA, ob sie mehr oder weniger Fertiggerichte und Getränke, die gleichzeitig gesunde Zusatzstoffe enthielten, in den letzten 12 Monaten nachgefragt haben |
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Viel weniger |
Ein bisschen weniger |
Gleich geblieben |
Ein wenig mehr |
Viel mehr |
Insgesamtl |
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Europe |
1.9% |
1.9% |
38.3% |
36.6% |
21.4% |
100.0% |
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US |
2.0% |
1.6% |
35.2% |
36.7% |
24.4% |
100.0% |
Quelle: Datamonitor Verbraucher Studie
Auch ein interessantes Ergebnis: 80% der europäischen und US-Bevölkerung hätten gerne mehr Geschmack bei Gesundheitsprodukten. Der Marktanalyst und Autor Richard Parker meint dazu: „Fast Food und Snacks beruht auf Emotionen und Geschmacksvorlieben und sind oft eine Reaktion auf den äußeren Stress oder eine momentane Fluchtreaktion. Wenn diese Nahrungsmittel diese Bedürfnisse in einer gesunden Weise erfüllen sollen, müssen dennoch die anderen Eigenschaften erhalten bleiben.“
Eine Crux bleibt dennoch: Fertigprodukte haben nach wie vor den Touch von ungesund. Hersteller setzen verstärkt nicht nur auf fettreduzierte Snacks sondern auch vermehrt auf zusätzliche Inhaltsstoffe wie Vitamine und Antioxidantien. Interessanterweise spielen bei den Verbrauchern Gesundheitsaspekte bei diesen Produkten eine untergeordnet Rolle, oft wird sogar bewusst auf traditionelle Produkte zugegriffen. Geschmack und einfache Zubereitung sind wesentlich wichtiger.
Parker fasst zusammen: “Hersteller müssen ihren Fokus darauf legen, Vertrauen zwischen ihnen und den Verbrauchern zu schaffen. So können sie glaubwürdig weiterentwickelte Produkte anbieten, die gesundheitliche Vorteile mit den bewährten Geschmackseigenschaften verbinden.”
Datamonitor interviewte 2006 einen repräsentativen Umfang von über 5000 Verbrauchern aus acht Ländern. Darunter über 500 aus Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, Schweden und Großbritannien. Über 1000 Verbraucher wurden in den Vereinigten Staaten befragt.
Quelle: www.datamonitor.com
Zeig her deine Schuhe - Die Deutschen und ihre Fußbekleidung
Schon im Mittelalter verriet der Schuh Einiges über den Schuhträger: Je länger die Schuspitzen der Schnabelschuhe, desto reicher und höher der Stand des Schuhträgers. Kann man das heute auch noch so sagen? Psychologen meinen, „Schuhe lügen nicht". Dies war Anlass für das Marktforschungs- und Beratungsinstitut psychonomics AG, die Beziehung der Deutschen zu ihren Schuhen und zum Schuhkauf in einer Studie unter die Lupe zu nehmen. 1600 Deutsche ab 14 Jahren wurden repräsentativ zu ihrer Einstellung zu Schuhen und zu ihren Kaufgewohnheiten befragt.
Gleich zu Beginn zeigt sich, dass die Mehrheit der Deutschen, allen voran die Männer, im europäischen Vergleich keine wirklichen „Liebhaber" von Schuhen sind. Sie pflegen eher einen praktischen Umgang mit ihrer Fußbekleidung: 60 Prozent geben an, Schuhe nur dann zu kaufen, wenn die alten abgenutzt sind (Männer: 70%; Frauen: 51%). Schönheit, modische Aspekte und Marken spielen beim Schuhkauf gegenüber funktionalen Aspekten zumeist eine untergeordnete Rolle.
Im Durchschnitt kaufen die Deutschen drei bis vier Paar Schuhe pro Jahr und geben dafür rund 208 Euro aus. Knapp die Hälfte der Deutschen gibt pro Paar Schuhe höchstens 30 bis 50 Euro aus. Allerdings ist mehr als jeder dritte Deutsche überzeugt, den Charakter eines Menschen an seinen Schuhen zu erkennen. Sind die Deutschen also ein Volk von Schuhmuffeln?
Bei genauerem Hinsehen ergibt sich ein differenziertes Bild: fünf unterschiedliche Typen von Schuhkäufern konnten ausgemacht werden: vom „Schuhmuffel" bis zum „Schuhliebhaber". Das "Vorurteil", dass Frauen deutlich mehr Spaß am Schuhkauf haben als Männer stimmt zwar, aber dennoch schlendert jeder dritte Vertreter des „starken Geschlechts" auch schon mal gerne durch ein Schuhgeschäft und lässt sich zu Spontankäufen hinreißen. Immerhin für ein einzelnes Paar Schuhe gibt der deutsche Mann mehr aus als die Frau. Und während jeder fünfte Deutsche nur ein Paar neue Schuhe pro Jahr erwirbt, kauft jeder Zehnte mindestens sieben bis zu über zehn Paar.
Quelle: Von Aschenputteln und gestiefelten Katern - Eine Käufertypologie im Schuhfachhandel
Alles fließt - die Spontanität der Konsumenten
Dynamisch, spontan, individualistisch, diese Attribute kann man mehr und mehr auch den Konsumenten zuschreiben. Der Kunde entscheidet mittlerweile aufgrund einer Mischung von Sympathien, Argumenten und Gefühlen und wählt dann das für ihn passende Produkt - und das kann je nach Gemütslage unterschiedlich ausfallen.
Vorbei sind anscheinend die Zeiten, als es überschaubare Strukturen und lineare Entwicklungen gab. Selbst das Kundenprofil der Senioren ist nicht mehr so eindeutig wie es einmal war. Was man allerdings mit Sicherheit über das Kundenverhalten und die Absatzprozesse sagen kann: sie werden facettenreicher, komplexer und beziehungsintensiver. Die Bindungen der Konsumenten verläuft weniger langfristig, sondern fließend, ähnlich eines Schwarms, dessen Morphologie und Form sich permanent ändert. Wie in der Quantenphysik, bei der man entweder den Ort oder den Impuls eines Teilchens genau bestimmen kann, nie aber beide Messgrößen, entzieht sich der Konsument mehr und mehr den standardisierten Messgrößen. Auch das Prinzip der langfristigen Bindung scheint dem der Dynamik zu weichen. Für Unternehmen und deren Absatzmanagement bedeutet das, den Änderungen Rechnung zu tragen und die Bewegungskräfte des Marktes zu nutzen.
Wie sollen sich nun die Unternehmen verhalten? Je spontaner der Markt wird, desto klarer und eindeutiger muss die Positionierung der Unternehmen sein. Sie müssen die Gefühle, Sympathien ansprechen und eine exklusive Marke darstellen. Dennoch gilt: Das Unternehmen kann seinen Markt nicht mehr direkt beeinflussen, dafür herrscht mittlerweile viel zu viel Dynamik und Vernetzung. Marken, Marketing und Kommunikation können daher nur noch indirekt auf den Markt wirken, ihr Ergebnis lässt sich nicht linear aus den eingesetzten Kräften und Investitionen ableiten. Die Strategien der Zukunft sollten auf Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten beruhen, sprich: auf Vorstellungskraft.
Wo Kontinuität war, wird es mehr und mehr Brüche geben. Diese gilt es zu nutzen. Für die Unternehmensführung kann das bedeuten: Setze nicht auf Trends, sondern nutze ihre Brüche oder führe selbst welche herbei. Denn am Bruch entsteht Aktivität, weil dieser Aufmerksamkeit erregt. Und wo Aufmerksamkeit ist, ist Potenzial.
Quelle: www.zukunftsnet.de
Oliver W. Schwarzmann, ein ehemaliger Banker, gründete Anfang der 1990er Jahre das Institut für Zukunftskonditionierung und arbeitet seitdem als Zukunftsforscher und Vordenker. Schwarzmann versteht sich als Spezialist für neue Perspektiven, und innovativer Vordenker für die internationale Wirtschaftswelt.
Die Suche nach dem verlorenen Kunden
Für Kundenrückgewinnung ist Marktforschung oder Data Mining das A und O. Nur wenn man weiß, warum Kunden dem Unternehmen den Rücken gekehrt haben und welcher Verlust damit verbunden ist, kann man systematische Kundenrückgewinnung betreiben.
Hier einige Anregungen:
Data Mining: Bei welchen Kunden lohnen sich Rückgewinnungsmaßnahmen?
Nicht alle Kunden sind als Zielgruppe für Kundenrückgewinnung interessant. Kunden, die keinen Umsatz mehr tätigen, keinen Bedarf mehr haben oder aus unbeeinflussbaren Gründen nicht mehr aktiv sind, können durch Data Mining ebenso gefiltert werden wie jene Kunden, deren bisheriges Umsatzvolumen keine Maßnahmen rechtfertigt. Nicht vergessen werden dürfen Kunden, die zwar noch aktiv sind, aber nur mehr wesentlich geringere Umsätze tätigen. Data Mining ist in erster Linie durch IT und softwaretechnische Unterstützung zu bewältigen.

Eng verbunden mit dem Data Mining ist das Clustering (Gruppenbildung), das auf bestehenden Datenbeständen aufbaut. Es ist z.B. möglich, alle Kunden, die innerhalb des letzten Jahres ihren Vertrag gekündigt haben, in Bezug auf ihre Verhaltensänderung während der Vertragslaufzeit hin zu untersuchen. Kunden mit sehr ähnlichem Verhalten werden in gemeinsamen Gruppen zusammengefasst. Mit einem Profil dieser Gruppen hat man für zukünftige abwanderungsgefährdete Kunden wertvolle Ansatzpunkte zur Früherkennung.
Root-Cause-Analysis: Suche nach den Motiven
Erfahrene Marktforscher wissen, dass eine direkte Frage nicht immer die tatsächlichen Antworten erschließt. Abgewanderte Kunden sind ein klassisches Anwendungsbeispiel. Auf die Frage, warum man das Unternehmen gewechselt hat, werden rasch sozial erwünschte Antworten wie „Bin bereits versorgt", „Habe ein besseres Angebot erhalten" gegeben. Antworten, die oft weder die wahren Motive widerspiegeln, noch gute Ansatzpunkte für Maßnahmen eröffnen. Eine wesentlich geeignetere Methode stellt die Root-Cause Analyse dar. Hier wird im Rahmen von Tiefeninterviews jedes genannte Problem solange hinterfragt, bis man zu den echten Gründen eines Wechsels kommt. Derartige Interviews können nur von Drittinstitutionen sinnvoll durchgeführt werden und zeigen immer direkte Ansatzpunkte für Maßnahmen.
Kundenstromanalyse
Über Marktforschung können Kundenströme analysiert werden. Basierend auf qualitativen Voruntersuchungen werden durch quantitative Interviews abgewanderte Kunden hinsichtlich ihres früheren und derzeitigen Kaufverhaltens befragt. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Wohin und dem Warum. Mit Hilfe von Korrelationsanalysen und Entscheidungsbäumen lassen sich Zusammenhänge und Stromdiagramme aufstellen, die Kundenströme und deren Gründe aufzeigen. So könnte z.B. eine solche Analyse zeigen, inwiefern der Preis das Hauptargument für den Wechsel zu einem speziellen Mobilfunkanbieter war.
Quelle: http://www.markt-studie.de/studien/Kundenrueckgewinnung.php
Autor: Mag. Holger Sicking